Blog-Beitrag

10.2.2026

CO₂-Reduktion und Ressourceneffizienz im Betonbau - Die neue Ära des Betons

Der Blogbeitrag erläutert, wie Beton mithilfe eines reduzierten Zement- bzw. Klinkeranteils, moderner Zusatzmittel sowie Recycling- und Wasserspartechnologien nachhaltiger produziert werden kann – mit deutlich weniger CO₂-Emissionen und ohne Kompromisse bei Qualität und Festigkeit.

Beton ist seit jeher das Rückgrat des modernen Bauwesens – von Autobahnen und Tunneln über Lagerhallen bis hin zu Rechenzentren. Seine Festigkeit und Vielseitigkeit sind unübertroffen. Gleichzeitig ist sein ökologischer Fußabdruck erheblich. Zement, der wichtigste Bindemittelbestandteil, verursacht fast 90 % des im Beton enthaltenen Kohlenstoffs.

Betonhersteller stehen daher unter wachsendem Druck, Betone zu liefern, die leistungsfähig sind, Emissionen reduzieren und natürliche Ressourcen schonen. Diese Herausforderung ist zugleich eine Chance.

„Die Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Beton ist kein Zukunftsthema mehr, sondern eine konkrete Aufgabe für heute. Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit und Performance dabei Hand in Hand gehen.“ Oliver Mazanec, Head of Commercial/Technical Marketing DACH

Mit intelligenter Rezepturoptimierung und modernen Zusatzmitteltechnologien lässt sich Beton effizienter herstellen – mit weniger Materialeinsatz, weniger Abfall und gleichbleibender oder sogar verbesserter Leistung. Die neue Ära des Betons wird von zwei zentralen Prioritäten bestimmt: Kohlenstoffreduzierung und Ressourcenschonung.

Kohlenstoffreduzierung ohne Kompromisse bei der Festigkeit

Die Reduzierung des Klinkeranteils ist der wirkungsvollste Hebel zur Senkung des im Beton gebundenen CO₂. Entscheidend ist jedoch die Frage: Wie lässt sich der Zementgehalt reduzieren, ohne die Leistungsfähigkeit des Betons zu beeinträchtigen?

Festigkeitssteigernde Zusatzmittel wie Master X-Seed® STE liefern hier eine wirksame Lösung. Durch eine beschleunigte Hydratation sowie erhöhte Früh- und Endfestigkeiten ermöglichen sie eine Reduzierung des Zementgehalts um 5 bis 20 %.

In Kombination mit verarbeitbarkeitsverbessernden Zusatzmitteln lassen sich Reduktionen des gebundenen Kohlenstoffs von 30 bis 50 % erzielen.

CO2 optimierte Betonzusammensetzungen gehen noch einen Schritt weiter. Sie kombiniert ergänzende zementäre Materialien (SCMs) mit fortschrittlichen Zusatzmitteln, um Mischungsdesigns ganzheitlich zu optimieren. In der Praxis wurden damit Zementersatzraten von über 70 % und CO₂-Reduktionen von mehr als 50 % gegenüber herkömmlichem Beton erreicht – auch im industriellen Maßstab. Die neue MasterCO₂re®-Fließmitteltechnologie basiert auf einem intelligenten Clustersystem. Sie gleicht die Nachteile klinkerreduzierter Betone aus und unterstützt eine nachhaltigere Betonproduktion mit weniger CO₂.

Ressourcenschonung durch Recycling und Wiederverwendung

Nachhaltigkeit bedeutet auch, den Umgang mit überschüssigem Beton neu zu denken. Rücklieferungen von Frischbeton galten lange Zeit als Abfall – heute werden sie zunehmend als Ressource verstanden.

„Zurückgegebener Beton ist kein Abfall, sondern ein Wertstoff. Mit den richtigen Technologien lässt er sich wirtschaftlich und nachhaltig wieder in den Produktionskreislauf integrieren.“ Oliver Mazanec, Head of Commercial/Technical Marketing DACH

Zusatzmittelsysteme ermöglichen es, Frischbeton über Stunden oder Tage plastisch zu halten und erneut einzusetzen. Weitere Verfahren, wie MasterSuna® RCT, wandeln zurückgeführten Beton in wieder verwendbare Füllstoffe, Gesteinskörnungen oder Straßenunterbauten um. Das spart Rohstoffe, senkt Kosten und stärkt die betriebliche Resilienz der Hersteller.

Wasser- und Energieeinsparung

Wasser ist ein weiterer kritischer Faktor in der Betonherstellung. Wasserreduzierende Fließmittel ermöglichen eine hohe Verarbeitbarkeit bei niedrigen Wasser-Zement-Werten und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.

„Wasser- und Energieeffizienz sind zentrale Stellschrauben für nachhaltige Betonproduktion. Moderne Fließmittel aus der MasterGlenium® Produktreihe helfen, beides gleichzeitig zu verbessern.“ Oliver Mazanec, Head of Commercial/Technical Marketing DACH

Zusätzlich reduzieren sie den Energieaufwand beim Verdichten und bei der Oberflächenbearbeitung. Technologien wie wasserdurchlässiger Beton erweitern den Nachhaltigkeitsgedanken über die Produktion hinaus und unterstützen ein nachhaltiges Wassermanagement.

Haltbarkeit: Verlängerung der Lebensdauer

Nachhaltigkeit endet nicht bei der Herstellung. Beton mit hoher Dauerhaftigkeit benötigt weniger Instandhaltung, weniger Ersatzmaterial und verursacht langfristig deutlich geringere Emissionen.

Risskontrollfasern, schwindreduzierende Zusatzmittel, Korrosionsschutz und Abdichtungstechnologien erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Betons und verlängern die Nutzungsdauer von Bauwerken erheblich.

Nachhaltigkeit mit digitalen Werkzeugen nachweisen

Nachhaltigkeit muss messbar und belegbar sein. Digitale Werkzeuge unterstützen Betonhersteller bei der Erstellung von EPDs und Lebenszyklusanalysen.

„Transparenz wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Digitale Tools helfen Betonproduzenten, ihre Nachhaltigkeitsleistung nachvollziehbar und vergleichbar darzustellen.“ Oliver Mazanec, Head of Commercial/Technical Marketing DACH

Die neue Ära des Betons

Die Bauindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Kohlenstoffreduzierung und Ressourcenschonung sind heute zentrale Erfolgsfaktoren.

Master Builders Solutions unterstützt diesen Wandel mit innovativen Zusatzmitteltechnologien, Recyclinglösungen und digitalen Werkzeugen, die Nachhaltigkeit messbar und umsetzbar machen.

Erfahren Sie mehr über unsere Lösungen oder kontaktieren Sie uns für eine kostenlose EPD-Berechnung. Gemeinsam gestalten wir eine leistungsfähigere, intelligentere und nachhaltigere Zukunft des Bauens.